Dienstag, 2. April 2013

Zufall.

Es ist immer das fällige, was uns zufällt. Vielleicht ist das so. Vielleicht fällt uns aber das fällige nicht im richtigen Moment zu. Verliebt sein. So richtig. An nichts anderes denken können, an nichts anderes denken zu wollen. Das ist vielen ein Unbekanntes Gefühl, wobei viele sich vormachen verliebt zu sein, sie sind nur verliebt darin verliebt zu sein. Ich kenne das nur zu gut. Und dann kommst du, bist eigentlich schon lange da, direkt vor meinen Augen. Und plötzlich bist da nur noch du, und ich frage mich wie ich das solange nicht sehen konnte. Dich nicht sehen konnte. Jetzt habe ich dich gesehen und gedacht du bist das fällige für mich. Du hast gesagt, du magst mich, du kannst es ebenso wenig ausdrücken wie ich, ich mag dich, das heißt bei mir nur, dass ich nicht weiß wie man das anders sagt. Du bleibst nicht, hast du gesagt, du gehst zurück nachhause, du bist einsam hier, verloren, festgefahren in dieser riesigen, erdrückenden, depressiven, stagnierenden Stadt. Deine Zukunft liegt woanders. Ich möchte deine Zukunft sein. Wirklich. Ich habe Jahre damit verbracht eine riesige Mauer aus Steinen um mein Herz zu bauen. Du hast alle Steine mit einem mal fallen lassen. Und nun steh ich da, ungeschützt und nackt, hilflos und handlungsunfähig. Mit meinem Herz in der Hand. Natürlich ist es nur fällig was mir mit dir zufällt, ändern tut es nichts, wir werden nie eins seien. Du gehst zurück. Ich gehe in den Wald. Steine sammeln.

Sonntag, 10. März 2013

Blutflecken


Blut an meiner Bettdecke. Ich wollte nur mein Bett neu beziehen, als ich die Blutflecken sah.Blutflecken von dir. Sie starren mich an, wie ein notgeiler Typ die Brüste einer Nutte. Das Blut klebt fest an der Decke, so wie du an meinem Herzen klebst, wie Kaugummi im Haar. Man bekommt ihn nicht weg, es sei denn man schneidet das betroffene Stück Haar heraus. Mit dem Herzen verhält sich das schon schwieriger. Ich bin mir sicher, du klebst auch an ihrem Herzen, hast dich eingenistet, wie ein penetranter Parasit, der nur seinen eignen Nutzen im Sinn hat. Schlechten Menschen geht es immer gut, sagst du.

Du hast dein Blut hier gelassen und bist gegangen.
Die Bettdecke habe ich nie neu bezogen.

Samstag, 23. Februar 2013

Nacht.

Und da ist sie wieder. Dunkel, groß, mächtig. Mit ihren schmierigen, langen Fingern greift sie nach dir. Weglaufen ist zwecklos. Sie sitzt dir im Nacken. Du spürst ihren eisigen, fordernden Atem. Lauf weg! Renn schneller! Du läufst, rennst, rast schneller, fällst. Abgrund. Schwarz. Tiefe. Stille. Aufatmen, du bist entkommen. Doch plötzlich steht sie vor dir, blickt dich höhnisch grinsend mit ihren messerscharfen Blicken an, zieht dich aus, lacht dich aus! Verzweiflung. Sie stürzt sich auf dich und verschlingt dich. Fast wärst du ihr entwischt, doch sie zerrt an dir, reißt dir das Fleisch von den Knochen, zehrt an deinen Kräften. Du drohst zu ertrinken vor lauter Durst nach Freiheit.